Radfahren in der Emilia-Romagna: Riolo Terme – Torre di Oriolo – Brisighella

Pressereise – Wir treten in den Park hinaus, der das Grand Hotel Terme im kleinen Ort Riolo Terme, umringt. Hinter dem Hotel führen Pfade in einen Laubwald hinauf, der an ein Weingut anschließt. Den Namen und ganz besonderen Erholungseffekt verdankt das Hotel Alberghi Terme di Riolo den zugehörigen Bädern, die nur einen kurzen Fußweg entfernt auf dem Gelände liegen.

Aber heute wollen wir erstmal Fahrrad fahren. Nach ein paar Tagen in Bologna befinden wir #bicibloggertedesche – hamburgfiets, Radelmädchen & ich – uns auf Einladung von Terrabici in den sanft hügeligen Ausläufern des Apennin. Dieses Gebirge durchzieht den italienischen Stiefel und San Marino auf fast gesamter Länge. Unser Guide Fabio von Appennino Bike und seine Freundin Cecilia warten bereits. Schnell sind unsere Pedale verschraubt und die Räder eingestellt.

Am Torre di Oriolo
Am Torre di Oriolo

Ganz besonderen Dank an Margherita, die unseren Besuch so wunderbar vorbereitet, und bei Bike Passion Gravelbikes für uns organisiert hat. Typisch für die Region sind Rennrad- und MTB-Runden. Auch Fabios Schwerpunkt als Guide sind Mountainbike-Touren und was für ein Glück haben wir, dass wir die beiden nächsten Tage mit ihm und Cecila verbringen dürfen.

Es nieselt zunächst etwas, aber im Keramik-Städtchen Faenza pellen wir uns aus den Regenklamotten. Weiter geht es auf ruhigen Landstraßen und Schotterwegen zum Torre di Oriolo. Auf den letzten steilen Metern streikt wieder einmal mein Kopf und ich erreiche den Wachturm aus dem 15. Jahrhundert nur schiebend. Er diente der Verteidigung und als Schutzbunker. Mitte der 90er Jahre schlossen sich Landwirte, Gastronomen und weitere Menschen aus der Region zusammen, um den Turm vor dem Verfall zu retten. Liebevoll restauriert wird er nun für Veranstaltungen unterschiedlicher Art genutzt.

Torre di Oriolo
Im Torre di Oriolo

Mauro, der gemeinsam mit seinen Eltern einen Hof nahe des Turms betreibt, führt uns durch den eindrucksvollen Bau. Es fällt schwer, sich vom weiten Blick auf die Landschaft loszureißen. Im Agriturismo La Sabbiona der Familie werden uns Kaffee und köstliche Kekse serviert. Neben einem Restaurant gibt es dort auch Übernachtungsmöglichkeiten.

 

 

An Kiwi-Sträuchern und Kaki-Bäumen vorbei gelangen wir wieder auf eine der etwas verkehrsreicheren Landstraßen, auf der uns ein heftiger Regenguss erwischt. Kurzer Stopp, um die Jacken überzuziehen und weiter geht es, wieder in die Hügel hinein. Meine Beine werden immer schwerer und ich atme mühsam. Wäre ich alleine unterwegs, würde ich eine Pause einlegen, mir gut zureden, weiterfahren, vielleicht die richtig steilen Anstiege schieben. Aber wir werden in Brisighella erwartet. Ich schlage vor, in meinem Tempo alleine weiterzufahren und etwas später zur Olivenölverkostung einzutreffen. Aber Fabio hat eine andere Idee: Cecilia ist auf einem e-Mountainbike unterwegs. Wir tauschen die Räder und die nächsten Steigungen überwinden Cecilia und ich im Doppelpack mit Turbounterstützung. Sobald es für sie zu mühsam wird, greift sie nach meinem Oberarm und ich ziehe sie mit. Danke, Cecilia.

In der kleinen Festungsstadt Brisighella empfängt uns der Feinkostladen Terra di Brisighella mit Spezialitäten der Region. Auf dem besonderen Boden der Gegend, geprägt von den Gesteinsschichten aus Kreide und Lehm, wachsen die etwa 70.000 Olivenbäume der gleichnamigen Kooperative. Wir probieren uns mit Genuss durch die unterschiedlichen Sorten der angebotenen Öle und erfahren nebenbei viel über die Landschaft, durch die wir gerade gerollt sind. Leider verkneife ich mir einen Kauf, da ich noch so viele Stationen auf dieser Reise vor mir habe. Ein Grund mehr, bald zurückzukehren.

Brisighello Olivenöl
Das Brisighello-Olivenöl
IMG_0746
Fahrradparkplatz in Brisighella

Selbst Fabio gerät an seine Grenzen, als er den berühmten Säulengang der Via del Borgo o Degli Asini auf dem Fahrrad durchqueren will. Der „Eselsweg“ verbindet auf Höhe des ersten Stockwerks die pastellfarbenen Palazzi. Deshalb schultern wir lieber unsere Räder auf dem alten Pflaster und den Treppen hinauf und hinab.

Via del Asini Brisighella
Fabio auf dem „Eselsweg“

Die erste Olivenmühle der Gegend stand im 2. Jahrhundert ein wenig außerhalb von Brisighella. Heute lädt dort die wunderschöne romanische Kirche Pieve in Ottavo o del Tho zum Besuch ein. In der Krypta versteckt sich ein liebevoll gestaltetes und informatives kleines Museum, das mich sehr beeindruckt. Auch hier werden wir wieder mit viel Begeisterung durch die Räume geführt. Die Liebe der Menschen zu ihrer Umgebung und Geschichte ist deutlich zu spüren.

Pieve in Ottavo o del Tho
Pieve in Ottavo o del Tho

Die Emilia-Romagna wird häufig als weniger lieblich im Vergleich zur angrenzenden Toskana bezeichnet. Aber diese Spröde, die etwas rauere Landschaft, das wechselhafte Wetter, erzeugt offenbar eine ganz besondere Herzlichkeit, die wir erleben dürfen. Allerdings gibt es auch wichtige Unterschiede zwischen der Emilia und der Romagna, von denen wir auf unserer Tour am nächsten Tag erfahren werden.

Doch zunächst ein Riposino – ein Nickerchen – im Liegestuhl am warmen Becken. Schließlich sind wir in einem Thermenhotel.

Transparenzhinweise: Die Kosten für den Aufenthalt wurden von Terrabici, einem Zusammenschluss fahrradfreundlicher Hotels in der Region Emilia-Romagna, und dem Tourismusverband übernommen.

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s