Meine San Marino Cycling Experience – ich fahre dann mal E-Bike

Pressereise – Die Stadt weit über uns versteckt sich im Nebel. Noch sechs Kilometer Steigung liegen vor uns. Ich fahre im Windschatten von Rik, Luis liegt in Führung, dicht dahinter Erwin. Kurve um Kurve, inklusive Rundungen diverser Kreisverkehre, treten wir uns den Berg hinauf.

Es ist der zweite Tag in San Marino. Auf Einladung von San Marino Cycling Experience durften wir, eine bunt gemischte Gruppe von Journalisten, Bloggern und Tourenveranstaltern aus ganz Europa, das Radfahren in der mitten in Italien gelegenen unabhängigen Republik erleben.  Aber nicht nur das, auch die fantastischen regionalen Spezialitäten in verschiedenen Restaurants, Weine, Biere, die Schilderungen der eindrucksvollen Geschichte und Gastfreundschaft habe ich sehr genossen.

Die kurze Zeit war von so vielen unterschiedlichen Eindrücken geprägt. Alleine der mittelalterliche Stadtkern von San Marino verdient einen Aufenthalt von mindestens zwei Tagen, um ihn zu erkunden und auf sich wirken zu lassen. Tagelang hätte ich alleine den Blick vom Balkon meines Hotelzimmers im La Grotta genießen können. Daher werde ich in der nächsten Zeit mehrere kleine Artikel zu den verschiedenen Schwerpunkten verfassen.

Los geht es – natürlich – mit dem passenden Fahrrad für mich:

Einige Wochen vorher fragt Andrea, einer der Organisatoren der Reise, ob ich ein Rennrad oder ein e-Bike fahren wolle. Meine erste Reaktion: E-Bike? Niemals! In seiner E-Mail schreibt er allerdings weiter:

„In San Marino ist es immer steil, egal in welche Richtung man sich bewegt.“

Nach meiner Erfahrung bei der Gravel Spartakiade entscheide ich schnell, dass die Zeit in San Marino nicht zum Bergtraining genutzt muss. Es siegt die Bequemlichkeit über alle meine Vorbehalte gegenüber E-Bikes. Vor allem über den Aspekt der Nachhaltigkeit, der mir normalerweise so wichtig ist. Und der mich häufig mit mir hadern lässt. Ein Thema für nicht nur einen Blogpost.

Gleich beim Betreten des Fahrradkellers, der neben der Tiefgarage des Grand Hotels San Marino gelegen ist, die Wände der Garage bestehen aus dem nackten Fels des Berges, ist klar: Das grüne oder das schwarze ist meins. Neben den mit Namensschildern versehen Rennrädern stehen zwei E-Mountainbikes von Lombardo bereit. Schnell sind meine Klickpedale angeschraubt und die Sattelhöhe eingestellt. Sauro, unser Guide für die nächsten Tage, weist mich darauf hin, dass es keine Ersatzbatterie gibt und ich möglichst nur im Eco-Mode fahren solle, dann werde sie für etwas 80km gut reichen. Mein Ehrgeiz ist geweckt und ich nehme mir vor, die Unterstützung so häufig wie möglich auszuschalten. Das wollen wir mal sehen, wie lange ich noch Saft habe.

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Nach und nach treffen die anderen Teilnehmenden ein. Neben dem Radelmädchen kenne ich Rennradbloggerin Carolyn von Ciclista.net bereits von ihrem Besuch bei den Six Days im Januar. Sie hat ihren Mann Christoph mitgebracht. Miriam ist Triathlethin aus Süddeutschland und Autorin für Speedville, Olli schreibt Beiträge für die Seite seines Bruders Cycling Claude. Rik wird einen Artikel für eine große niederländische Tageszeitung verfassen, auch Erwin aus Belgien ist Journalist. Außerdem sind die Radtouren- & Radsportveranstalter Luis von Ciclored aus Spanien und Fabrizio vom toskanischen Anbieter AstroCycling dabei. Die Guides Sauro und Narciso aus San Marino werden uns begleiten und natürlich Andrea.

Das Anpassen der Rennräder dauert etwas länger, bei der Sitzposition und vor allem bei den Strecken müssen die Maße stimmen. Es wird ausgetauscht, angepasst und in der Tiefgarage probegefahren. IMG_0944

Anschließend sammeln wir uns um den Tisch, auf dem Sauro eine Karte der Umgebung ausgebreitet hat, um die geplanten Strecken zu zeigen. Wegen des Nebels, der unser fast ständiger Begleiter sein wird, wird sich die Planung an den beiden Radtouren-Tagen noch ein wenig ändern. Sauro und Nicasio kennen als Rennrad- und MTB-Fahrer die Gegend sehr genau und können spontan anpassen. Auch kennen sie unsere Leistungsfähigkeit noch nicht. Wir haben ein sehr unterschiedliches Niveau und Erfahrung – oder, in meinem Fall, gar keine – mit Bergen.

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Wie es mir an den beiden Tagen auf den unglaublich schönen, manchmal etwas holprigen, Straßen in San Marino & mit kleinen Abstechern nach Italien auf dem Mountainbike ergeht, das erfahrt ihr ausführlich in einem der kommenden Berichte.

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Als Vorgeschmack nur soviel: Am Ende des Sprints mit meinen drei Kings of the Mountains – Rik, Luis und Erwin – zeigt die Batterie-Anzeige noch immer genügend Ladung für eine weitere Runde an. Vor allem dieser letzte Anstieg mit den Jungs hat meine Lust darauf geweckt, mehr Höhenmeter zu sammeln im nächsten Jahr. Die allerdings aus eigener Kraft und nur mit der allerdings dringend nötigen mentalen Unterstützung.

Transparenzhinweise: Die Kosten für den Aufenthalt wurden von “San Marino Cycling Experience“ und der Tourismusbehörde der Republik San Marino übernommen.

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